Da tropft doch was… Wellendichtring erneuern

Der Austausch des Wellendichtrings war Teil unserer großen Überholungsaktion im Winter 2020/2021.

Schon seit wir unseren Caterham Super Seven SV haben, waren immer mal wieder Tropfen in der Garage. Lokalisiert werden konnten diese als Undichtigkeit des Wellendichtrings, sodass langsam aber stetig Getriebeöl durch den Wellendichtring außen am Getriebe herunter lief und von dort auf den Boden tropfte. Inbesondere nach dem Abstellen nach kleineren und größeren Fahrten ist das aufgefallen. Zu bekommen ist das Teil sowohl bei Caterham direkt als auch bei anderen kontinentaleuropäischen Händlern. Wir haben es bei unserer großen Pre-Brexit-Bestellung mitschicken lassen.

  • Rear Output Seal 5 & 6 Speed Gearbox (Caterham Part 1590441)
An dieser Stelle tropft langsam aber stetig Getriebeöl.

Altes raus…

Um die alte Dichtung entfernen zu können, muss die Kardanwelle entfernt werden. Das geschieht durch Lösen der vier Schrauben mit denen diese an dem Differenzial befestigt ist. Ein 15er Ringschlüssel genügt an dieser Stelle. Der Seven muss hierzu auf einer Hebebühne oder über eine Grube stehen. Um später eine gleiche Einbaulage zu gewährleisten, wurde mit Kreide eine Markierung an der Welle angebracht. Bei diesem Arbeitsschritt hilft es die Handbremse anzuziehen und die untere zugängliche Schraube zu entfernen. Mit gelöster Handbremse kann die Welle um 90 Grad weiter gedreht werden, dann beginnt der vorherige Schritt mit der nächsten Schraube erneut. Hilfreich ist es, wenn man eine zweite Person hat, die zum entsprechenden Zeitpunkt die Handbremse lösen und wieder festziehen kann.

Sind alle Schrauben entfernt kann die Kardanwelle auf den Rahmen aufgelegt und leicht nach hinten aus dem Getriebe herausgezogen werden. Unser Wellendichtring saß doch recht fest, sodass er mittels einfachem Hebeln nicht heraus zu bekommen war. Da der Dichtring nicht mehr benötigt wird, habe ich eine Spax-Schraube in den metallverstärkten Ring hineingeschraubt. Mit einer Zange konnte man diese gut fassen und die Dichtung damit lösen und entfernen.

Neues rein…

Ein paar zurück geliebene Reste der Dichtung mussten entfernt werden damit das Neuteil eingesetzt werden konnte. Das Einsetzen gestaltet sich dann doch recht einfach. Mit dem alten Dichtring als Unterlage und einem normal großen Hammer war nach wenigen kleinen Schlägen wieder alles an seinem Platz. Wichtig ist darauf zu achten, dass man den Wellenrichtring nur soweit hinein klopft bis dieser mit dem äußeren Rand eben ist. Nach etwas Vorölung der Kardanwelle mit Getriebeöl lässt sich diese leicht aufstecken.

Entsprechend der markierten Position muss nun die Kardanwelle wieder mit dem Differenzial verschraubt werden. An dieser Stelle kommen entweder neue Schrauben mit bereits aufgebrachter Schraubensicherung zum Einsatz oder man nimmt die bereits vorhandenen und bringt selbst Schraubensicherung auf die Gewindegänge auf. Nach und nach werden die jeweils gegenüberliegenden Schrauben entsprechend dem Handbuch auf 64Nm angezogen. Je nach dem wie viel Getriebeöl wärend der Aktion verloren gegangen ist, sollte wieder aufgefüllt werden. Wie man das macht, haben wir im Artikel Getriebe – und Differenzialöl nachfüllen bereits gezeigt.

Alles dicht?

Die Mini-OP war erfolgreich, denn auch nach zwei kompletten Saisons haben wir am Getriebe keine Undichtigkeit mehr. Die Verschraubung mit dem Differenzial ist ebenfalls dauerhaft fest.

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